Macht Salzburg Ernst gegen die Freileitung?

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Kurz vor Angelobung sendet die neue Salzburger Landesregierung erneut Signale, dass der geplanten 380-kV-Freileitung nach Kaprun tatsächlich gröbere Prügel zwischen die Füße geworfen werden sollen. Das Land will wissenschaftlich überprüfen lassen, ob die Leitung überhaupt notwendig und im öffentlichen Interesse ist. Wenn das Ergebnis "ja" lautet, spricht sich die Koalition für "eine Teilverkabelung nach dem neuesten Stand der Technik" aus, berichten die Salzburger Nachrichten. Bei einem Hearing informierte sich die Landtagspolitiker heute unter anderem über die Salzburgleitung. Die designierte Umweltreferentin Astrid Rössler (Grüne): Zur 380-kV-Leitung habe sie sich deklariert – das öffentliche Interesse sei nicht gegeben!

Kabelkämpfer wie die IG Erdkabel brachten im Vorfeld des Hearings ihre Forderungen erneut vor und verwiesen auch auf die Unsicherheiten der Freileitungstechnik, die sich bei den Unwettern kürzlich erwiesen hat. 

Foto: Eine Mure bei Mittersill (Sbg.) zerstört vier 380-kV-Masten. 
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ig-erdkabel.jpgDie katastrophale Zerstörung der Leitung von Kaprun nach Lienz durch ein Wetterereignis, das zukünftig nicht mehr selten sein wird, zeigt die Verwundbarkeit der Freileitungen in ausgesetzten Lagen. Auch die 110-kV-Freileitung Vorchdorf-Kirchdorf soll durch ein Gebiet führen, in dem Hangrutschungen nichts Ungewöhnliches sind. 

Eine Reihe von Grundeigentümern etwa in Steinbach und Inzersdorf, die ihr Gelände genau kennen, haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass geplante Maststandorte unsicher sind. Energie AG und Behörde hatten darauf stets nur eine Antwort parat: Die Standorte würden geprüft, die Fundamente den Gegebenheiten entsprechend gesichert.

Dass die Natur der Technik jedoch stets einen Strich durch die Rechnung machen kann, zeigt das aktuelle Beispiel bei Mittersill. Denn auch dort wurde sicherlich vorschriftsmäßig fundamentiert. Geholfen hat es nichts. Der Vorzug von Erdkabeln: Sie verlaufen erst gar nicht durch gefährdetes Gebiet, sondern liegen sicher in über 1,5 Meter Tiefe meist im Grünland. 

Aktuelle Hangrutschung nach den großen Juni-Regenfällen in Inzersdorf 
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Es stellt sich die Frage, ob die erheblichen Kosten durch derartige Leitungsschäden beim Vergleich zwischen Freileitung und Erdkabel berücksichtigt worden sind. Denn schon bei anderer Gelegenheit wurde im laufenden Verfahren der Verdacht geäußert, dass die Energie AG ihr Projekt "günstigrechnet", die Erdkabel-Alternative hingegen zu teuer darstellt.   

 


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