Auch der Appell an die Gier der Menschen verfängt nicht

Husum-Schobuell.jpg

Die Methode ist die gleiche: Wenn (schlechte) Argumente nicht weiterhelfen, versuchen die Stromkonzerne es mit Geld. Doch nur wenige Menschen lassen sich kaufen. Wenn es um Lebensqualität, Natur- und Landschaftsschutz geht, sind die Betroffenen kaum noch bestechlich. Hier hat es die Energie AG mit satten Prämien für "Schnellentschlossene" probiert, in Deutschland scheitert gerade ein Experiment grandios, die Bürger mit Beteiligungsmodellen an Hochspannungsleitungen zu ködern. – Szenen von der Nordseeküste…
Foto: Wo noch fast nichts das Auge beleidigt, sollen bald 60 Meter hohe Hochspannungsmasten die Gegend verschandeln (Küstenlandschaft beu Husum).

Der deutsche Umweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich das so nett vorgestellt: Weil Einsprüche gegen Leitungsprojekte die Energiewende angeblich gefährden, sollen finanzielle Anreize die Motivation der Bürger steigern, zunehmend in landschaftlichen Drahtkäfigen zu leben. Doch die so genannten Bürgeranleihen liegen wie Blei in den Regalen – zumindest in Regionen, wo es um erhaltenswerte Landschaften geht.

Aber nicht nur Politiker, sondern auch die Netzbetreiber blamieren sich nach Kräften. Nicht nur, dass beide vereint beim Versuch, ihre Leitungsprojekte finanziell unters Volk bringen, vor leeren Reihen stehen – dort wo sie ihre Leitungen hinstellen wollen, müssen sie sich auch noch von Ortskundigen sagen lassen, dass der Versuch, einen Hochspannungsmast auf eine acht Meter tiefe Torflinse zu bauen, wohl wenig zweckmäßig ist… Mit derartigen Leichtsinnigkeiten steht Netzbetreiber Tennet allerdings nicht allein. Auch bei uns beharrt die Energie AG eigensinnig darauf, Masten z. B. in Rutschungsgebiete im Flysch zu setzen. Mit dem Argument "Normgerechte Fundamente halten schon!" – Wie berichtet: Die Natur sieht das mitunter etwas anders.

(Die Geschichte aus Norddeutschland ist online in der Tageszeitung "Die Welt" nachzulesen.

 


Soziale Netzwerke

Facebook_Fansite.jpg