Erdkabel? – Märchenstunde allerorten

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Ausgerechnet unter dem Titel "Die Leute müssen wissen, woran sie sind"
...gewährte der seit einem Jahr amtierende hessische Ministerpräsident Volker Bouffier der Fuldaer Zeitung vom 24. Juli ein längeres Interview, in dem er auch zum Thema "Hochspannungsleitungen" Stellung nahm. In Deutschland wird derzeit ein masssiver Ausbau der Übertragungsnetze kontrovers diskutiert. "Sind Sie für ober- oder unterirdische Leitungen?" lautete die Frage. Bouffier: "Ich bin für funktionierende Leitungen. Es gibt bislang auf der Welt nicht eine große Hochspannungsleitung, die unter der Erde liegt."

Hier weiß offenbar der hessische Landesherrr selbst nicht, woran er ist.  Denn allein in Europa (17 erfasste Staaten) liegen 2.672 km Erdkabel mit einer Spannnung von 220 - 400 kV. Darunter sind auch einige im technisch schwierigen Höchstspannungsbereich mit Längen zwischen 10 und 20 km. Ein 40 km langes 500-kV-Erdkabel ist in Japan schon seit dem Jahr 2000 in Betrieb. Da diese Angaben aus einem Hintergrundpapier der EU-Kommission von 2003 stammen, wäre wohl Zeit genug gewesen, sie zur Kenntnis zu nehmen. 

Das längste derzeit betriebene Hochspannungs-Erdkabel befindet sich in Australien. Es liefert – störungsfrei – seit dem Jahr 2002 Strom über 180 km Entfernung mit einer Leisung von 220 MW und einer Spannung von 150 kV. Erdkabelstrecken auf der 110-kV-Ebene mit Distanzen von rund 20 km, wie sie als Alternative zur Freileitung Kirchdorf - Vorchdorf gefordert werden, sind bereits seit geraumer Zeit Stand der Technik.

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Fotos: Der "Murraylink" in Australien bei der Verlegung (links) und danach (rechts)

Nähere Information (in Englisch) vom Hersteller ABB gibt es hier.

 


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